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| ====Programmeinführung Herbstkonzert 2024==== | ====Programmeinführung Frühlingskonzert 2026==== |
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| Als Hauptwerk des heutigen Konzertes steht Schuberts „Große“ C-Dur-Sinfonie am Programm - genau ein Dritteljahrhundert nach der letzten Aufführung durch das ASO. Ihm vorangestellt sind zwei italienische Musikstücke - eine Ouvertüre von Gioachino Rossini, der wenige Jahre vor der Entstehung von Schuberts Meisterwerk Wien besucht und hier mit seinen Opern berauschende Erfolge erzielt hatte, sowie eine Suite von Ottorini Respighi, mit der wieder einmal ein reines Streichorchesterstück auf einem ASO-Programm steht (das Orchester verzichtet diesmal, nicht zuletzt aus seiner Finanzsituation heraus resultierend, bewusst auf die Aufführung eines Solokonzertes).\\ | Das heutige Konzert steht unter dem Motto **„Ungarische Impressionen“**. Rund um die Háry-Janos-Suite (in der mit Magdalena Katzensteiner die vorjährige Gewinnerin des Hannes-Kropfreiter-Nachwuchspreises mit dem ASO als Solistin musiziert) stehen dabei abwechselnd Werke von ungarischen Komponisten und solche von anderen Meistern, wo die Stücke inhaltlich wie musikalisch einen Bezug zu unserem Nachbarland haben, am Programm.\\ |
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| **Gioachino Rossini** war einer der bedeutendsten Opernkomponisten des italienischen Belcanto. Als er 1815, gerade einmal 23jährig, die Leitung der beiden Opernhäuser in Neapel übernahm, hatte er bereits 15, großteils äußerst erfolgreiche Opern komponiert. 1822 reiste er gemeinsam mit seiner Ehefrau Isabella Colbran - der Primadonna seiner neapolitanischen Opern - sowie zwei Tenören nach Wien, wo eine Rossini-Saison am Kärntnertortheater organisiert worden war, die ganz Wien in einen „Rossini-Rausch“ versetzte. Franz Schubert wurde von Rossini bei diesem Wienaufenthalt keines Besuches gewürdigt, sehr wohl aber der - bereits völlig ertaubte - Ludwig van Beethoven, der sich verschiedene Partituren Rossinis durchgesehen hatte. Er riet Rossini, sich „ausschließlich auf komische Opern zu beschränken“, denn „die ernste Oper liegt nun einmal den Italienern nicht. Um das wahre Drama zu behandeln, haben sie zu geringe musikalische Kenntnisse…“.\\ | **Béla Bartók**, **Emmerich Kálmán** und **Zoltán Kodály** gehören einer gemeinsamen Generation ungarischer Komponisten an, deren kompositorisches Schaffen etwa mit dem Jahr 1900 beginnt. Allen drei Persönlichkeiten gemeinsam ist auch, dass sie in Budapest Komposition studierten. Kálmán übersiedelte 1908 nach Wien und prägte gemeinsam u. a. mit Franz Lehár die „Silberne Operettenära“ der Zwischenkriegszeit, wobei „**Gräfin Mariza**“ ein herausragendes Werk darstellt, das auch heute noch auf den Spielplänen der Bühnen steht (u. a. beim heurigen Lehár-Sommerfestival in Bad Ischl). Als Jude musste Kálmán 1938 Wien verlassen und emigrierte zunächst nach Paris, später in die USA; 1949 kehrte er nach Europa zurück. \\ |
| Ein Jahr später ging das Ehepaar Rossini zunächst nach Paris, dann für fünf Monate nach London, wo sich die feine Gesellschaft um das Ehepaar scharte, und Rossini für die Aufführung seiner Werke fürstlich entlohnt wurde. Zurück in Paris übernahm er die Leitung der dortigen Italienischen Oper, zwei Jahre später wurde er königlicher Hofkomponist. 1829 entstand seine 39. und letzte Oper (Guillaume Tell), da ein Jahr später die Abdankung des französischen Königs im Verlauf der Julirevolution Rossini den Verlust seiner Ämter brachte. Es gelang ihm jedoch, gerichtlich eine lebenslange Rente durchzusetzen, die es ihm ermöglichte, sich noch fast vier Jahrzehnte hauptsächlich der Feinschmeckerei zu widmen; Kompositionen entstanden in diesem Lebensabschnitt nur mehr wenige. \\ | |
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| Die Opera buffa „**Il barbiere di Siviglia**“ war eine Auftragsarbeit des Teatro Argentina in Rom. Wie zu dieser Zeit üblich sah der Vertrag (datiert am 15.12.1815) einen sehr engen Zeitrahmen vor - schon am 20.1.1816 hatte Rossini das fertige Werk zu übergeben, dessen Libretto bei Vertragsunterzeichnung zudem noch nicht einmal fertig war. In einem Brief an Richard Wagner erklärte Rossini Jahre später, dass er die Oper in 13 Tagen fertiggestellt habe. Die Uraufführung am 20.2.1816 war ein Fiasko - ein Sänger stolperte bei der Aufführung, fiel auf sein Gesicht und sang seine Partie stark blutend weiter, im Finale lief eine Katze zwischen den Sängern hin und her, und das Publikum „pfiff, lachte, applaudierte; hörte manchmal nicht zu und spendete dann wieder Beifall; sah mit Freude das Fließen von Blut und beschwerte sich gleichzeitig über die Geschmacklosigkeit“. Nach der zweiten Vorstellung jedoch zog eine große Menschenmenge zu Rossinis Hotel und jubelte ihm unter seinem Fenster zu. \\ | |
| Für diese Oper schrieb Rossini - vielleicht auch aus Zeitgründen - keine neue Ouvertüre; er verwendete jene seiner drei Jahre zuvor entstanden Oper „Aureliani in Palmiro“. Es existiert auch kein autographes Manuskript des Stückes; aufgrund der vielen, in der Instrumentation teilweise stark abweichenden Bearbeitungen lässt sich die Urfassung der „Sinfonia“ (wie Rossini seine instrumentalen Einleitungsstücke zumeist betitelte) auch nicht rekonstruieren. Sie weist aber die typische Form und den typischen Stil einer Rossini-Ouvertüre auf: Eine langsame Einleitung, auf die ein schneller Hauptteil folgt, und eine eigene Crescendo-Technik, die Rossini auch als Übergangskomponisten zwischen spätklassischem und romantischem Stil ausweist. \\ | |
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| **Ottorino Respighis** Tonsprache entwickelte sich nach klassizistischen Frühwerken vor allem nach seinen Studien bei Nikolai Rimski-Korsakow in St. Petersburg zu einem klangfarbenreichen spätromantischen Stil, der auch vom französischen Impressionismus mitbeeinflusst war. Seine sinfonischen Dichtungen „Fontane di Roma“ und „Pini di Roma“ stehen in ihrer Kompositionskunst durchaus gleichberechtigt neben den Tondichtungen von Richard Strauss. \\ | Bartók und Kodály verband besonders ihr gemeinsamer Einsatz für die Volksmusikforschung im Rahmen der Musikethnologie. Während des Ersten Weltkrieges war Kodály Bartóks musikalischer Mitarbeiter im k. u. k. Kriegsministerium, wobei sie gemeinsam ein Liederbuch für die Soldaten der k. u. k. Armee herausgaben. Bartók - ein ausgezeichneter Pianist - sammelte im Laufe seines Lebens auf weitläufigen Reisen durch Ungarn, Rumänien, die Slowakei und den Vorderen Orient über 10000 Lieder, die er phonographierte oder direkt schriftlich (in Notenschrift) fixierte. Er suchte dabei v. a. nach der Musik der ländlichen Bevölkerung (die er selbst als „Bauernmusik“ bezeichnete). All dies beeinflusste auch sein Kompositionsschaffen, genauso wie die gemeinsame Suche zahlreicher ungarischer Künstler dieser Zeit nach einem nationalen Stil. \\ |
| | Zur Zeit des 1. Weltkrieges gehörte zu Ungarn auch das (überwiegend deutschsprachige) Siebenbürgen; 1918 (bzw. völkerrechtlich 1920) fiel dieses Gebiet an Rumänien (auch Bartóks Geburtsort liegt im heutigen Rumänien). Auch hier sammelte Bartók Volksmelodien und fasste sie zu einer - 1115 instrumentale Melodien umfassenden - Sammlung „**Rumänischer Volkstänze**“ zusammen. Sieben davon stellte er 1915 zu einer kleinen Klaviersuite zusammen, die er zwei Jahre später zu einer Fassung für kleines Orchester umarbeitete. Die Bauern in Ungarn und Rumänien reihten ihre Dorftänze gewöhnlich zu Fünfer- oder Siebenerfolgen auf; Bartók hat in diesem Werk den Aufbau einer solchen Folge nachgeahmt; die „Rumänische Polka“ ist dabei ein „Zwiefacher“, der ständig zwischem Zweier- und Dreiertakt wechselt. \\ |
| Schon in seiner Bologneser Studienzeit hatte sich Respighi für Alte Musik interessiert; 1908 legte er Bearbeitungen von Violinsonaten Locatellis und Tartinis vor, später befasste er sich mit Opern u. a. von Monteverdi und Cimarosa. Fragen der Authentizität oder der historischen Aufführungspraxis spielten damals noch kaum eine Rolle; es ging Respighi nicht um die Wiederbelebung des „Originalklanges“, vielmehr war er daran interessiert, Musikschätze aus der Vergessenheit zu holen und sie in modernem Gewande erklingen zu lassen. So entstanden die drei Suiten **„Antiche danze ed arie per liuto“** („Alte Weisen und Tänze für Laute“), die mit dem Zusatz „Libera transcrizione per orchestra“ („Freie Bearbeitung für Orchester“) versehen waren. Während die ersten beiden Suiten (1917&23) groß besetzt sind, ist die heute gespielte, 1931 entstandene 3. Suite ein reines Streichorchesterwerk, in der Respighi wieder auf Lautensätze aus dem 16. und 17. Jahrhundert zurückgreift: Das populäre Lied //„Italiana“// eines Anonymus, das Ballett //„Arie di Corte“// von Jean-Baptiste Besard (aus sieben kontrastierenden Teilen bestehend), eine pastorale //Sicilana// (Anonymus) und eine //Passacaglia// des Gitarristen Lodovico Roncallis aus dem Jahre 1692. \\ | Gemeinsam mit 60 anderen ungarischen Prominenten (darunter Kodály) unterzeichnete er 1938 einen Protest gegen die auf Wunsch des NS-Staates erlassenen ungarischen „Judengesetze“; er verurteilte den Nationalsozialismus auf das Schärfste, und die Angst, dass Ungarn eine deutsche Kolonie werden könnte, ließ ihn 1939 zunächst in die Schweiz, ein Jahr später in die USA emigrieren, wo er schon wenige Jahre später einer Leukämieerkrankung erlag. \\ |
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| Das Entstehungsjahr von **Franz Schuberts „Großer C-Dur-Sinfonie“** - mit einer Spieldauer von knapp einer Stunde auch heute noch eines der längsten Instrumentalwerke der Musikgeschichte - war lange Zeit unklar. Auf der ersten Seite der im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien befindlichen autographen Partitur steht die Datierung „März 1828“ (also Schuberts Todesjahr). Untersuchungen am Papier ergaben aber, dass die Niederschrift schon einige Jahre früher erfolgt sein musste. \\ | Zoltán Kodály schrieb seine Dissertation über den „Strophenbau im ungarischen Volkslied“ und sammelte im Laufe der Zeit über 3500 ungarische Volkslieder, deren Eigenart er wissenschaftlich untersuchte. Im Gegensatz zu seinen beiden Komponistenkollegen blieb er zeitlebens, als hochgeachtete Persönlichkeit, in Ungarn. \\ |
| Im Frühjahr 1824 - zwei Jahre, nachdem Rossini Wien besucht hatte - schrieb Schubert an seinen Freund Leopold Kuppelwieser, dass er sich „über die Komposition mehrerer Instrumentalwerke den Weg zur großen Sinfonie“ bahnen wollte. In dem Brief ging es auch um die bevorstehende Uraufführung der monumentalen 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven, der Schubert auch beiwohnte und von der er begeistert war. Da er zu diesem Zeitpunkt - trotz mehrerer klangschöner Sinfonien - noch immer „nur“ als Liedkomponist etabliert war, dürfte Schubert daran gedacht haben, sich über eine große Sinfonie mit Beethoven messen zu wollen. Darüber hinaus war es für ihn auch von existenzieller Notwendigkeit, ein ähnlich großes und erfolgreiches Konzert wie Beethoven geben zu können, für das ihm seine bisherigen Werke ungeeignet erschienen. \\ | 1926 - also vor genau einem Jahrhundert - komponierte er das Singspiel „**Háry János**“, eine Art „Volks-Oper“ (in vier Bildern und einem Vor- und Nachspiel). János Háry (Háry ist der Nach-, János der Vorname) war eine historische Figur, die Anfang des 19. Jahrhunderts lebte. Er diente in den Napoleonischen Kriegen in der kaiserlichen Armee unter Kaiser Franz. I. als einfacher Infanterist. Nach seinem Militärdienst kehrte er in sein Heimatdorf Simontornya (Mittelungarn) zurück und arbeitete dort als Töpfer. In der Dorfschenke war er dafür berühmt, seinen Zechkumpanen Geschichten über seine angeblichen Heldentaten im Krieg zu erzählen; so behauptete er etwa, Napoleon eigenhändig besiegt und das Herz der Kaiserin Marie-Louise gewonnen zu haben. Diese Erzählungen wurden 1843 von János Garay in einem Epos schriftlich festgehalten, das die Grundlage für Kodálys Singspiel (in dem er sich auf vier der Abenteuer János´ beschränkte) darstellte. \\ |
| Das entsprechend umfangreiche und groß angelegte Werk dürfte dann 1825, als Schubert auf Sommerfrische in Gmunden und später in Bad Gastein war, in Angriff genommen, 1826 vollendet und gegen Ende dieses Jahres der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien übergeben worden sein. Diese legte das Werk - wohl aufgrund der Länge (das Publikum damals war viel kompaktere Musikwerke gewohnt) und der technischen Schwierigkeiten (durch die sich die Sinfonie als Übungswerk für die Schüler des Konservatoriums nicht eignete) - zunächst zurück; die Datierung „1828“ hatte ihre Ursache wohl entweder in einer nachträglichen Überarbeitung oder im Vorhaben, das Werk neu herauszugeben zu wollen. Nach Schuberts Tod verschwand die Sinfonie jedenfalls, ohne aufgeführt worden zu sein, im Wiener Archiv, und erst 1839 wurde Robert Schumann während seines Wienaufenthaltes von Schuberts Bruder Ferdinand auf die Existenz der Partitur hingewiesen. Schumann trat sofort an den Verlag Breitkopf & Härtel heran, um eine Veröffentlichung zu veranlassen; und es war wiederum Ferdinand Schubert, der Felix Mendelssohn-Bartholdy für das Werk begeisterte. Dieser brachte dann die Sinfonie - ungekürzt - am 21.3.1839 im Rahmen der Leipziger Gewandhauskonzerte mit großem Erfolg zur Uraufführung. Die ungewöhnliche Länge des Werkes stand seiner weiteren Verbreitung aber noch längere Zeit im Wege; erst Ende 1850 war sie in Wien erstmals in voller Länge zu hören. \\ | Ein Jahr später stellte Kodály aus dem Bühnenwerk eine - äußerst groß besetzte - **Orchestersuite** zusammen, die im März 1927 in Barcelona uraufgeführt wurde. Das sechssätzige Werk beginnt mit einem gewaltigen „orchestralen Niesen“ - in der ungarischen Tradition gilt, wenn jemand während des Erzählens niest, dies als Zeichen dafür, dass die folgende Geschichte die absolute Wahrheit ist. Im dritten und fünften Satz verwendet Kodaly das Zymbal (eine ungarische Form unseres Hackbretts) als Soloinstrument. Das „Lied“ ist dabei tatsächlich ein authentisches ungarisches Volkslied. \\ |
| Formal weist die Sinfonie keine Neuerungen auf - Schubert behielt die traditionelle Viersätzigkeit mit der üblichen Abfolge der einzelnen Sätze bei. Im Gegensatz zu den meisten anderen sinfonischen Werken der Klassik und Romantik liegen jedoch die Melodien sehr häufig vorzugsweise bei Bläserkantilenen, während die Streicher vieles an harmonischer und rhythmischer Grundstruktur - etwa in Form von Akkordzerlegungen - beizutragen haben. Mit 1154 Takten ist das abschließende Finale wohl einer der taktanzahlmäßig umfangreichsten Einzelsätze der Musikgeschichte. \\ | |
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| {{:gioachino_rossini.jpg?229|Giachino Rossini}}<tab>{{:respighi.jpg?175|Ottorino Respighi}}<tab>{{:franz-schubert.jpg?226|Franz Schubert}}\\ | Zu den populärsten Werken von **Johannes Brahms** zählen seine 21 **Ungarischen Tänze**, die ursprünglich Werke für Klavier zu vier Händen waren, später aber (drei - darunter der Tanz Nr. 1 - von Brahms selbst) für Orchester instrumentiert wurden. Bei manchen Tänzen wurde dabei auch die Tonart verändert (wie im Tanz Nr. 5, der ursprünglich in fis-moll stand). Es handelt sich dabei zumeist die Bearbeitung vorgefundener Melodien, die aber ihrerseits keine originalen Volkslieder ungarischer Roma sind. Brahms hatte sie vom Geiger Eduard Reményi kennengelernt; das Hauptthema des 5. Tanzes stammt vom ungarischen Komponisten Béla Kéler. \\ |
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| //v. l. n. r.: Gioachino Rossini, Ottorino Respighi, Franz Schubert//\\ | Eine Generation vor Brahms revolutionierte in Frankreich **Hector Berlioz** die Orchestermusik mit ungewohnten neuen Klangfarben, die den Weg zu den üppig besetzten Instrumentalwerken der Spätromantik erst bereiteten. In der „Légende-dramatique“ „**La damnation de Faust**“ - ein Werk sowohl mit Merkmalen einer Nummernoper als auch mit jenen einer Chorsinfonie - spielt der erste Teil in der Puszta Ungarns, wo Faust auf einer Frühlingswiese herumirrt. Den Abschluss dieses Teiles bildet der „**Rákóczi-Marsch**“ - ein ungarisches Nationallied und quasi die inoffizielle Hymne Ungarns. Er geht auf ein sehr populäres Klagelied um 1730 zurück, das das Unglück der Magyaren und die Unterdrückung durch die Habsburger beweinte, und das Franz II. Rákóczi zur Rückkehr anflehte, um sein Volk zu retten. Im 19. Jahrhundert wurde dieses Lied durch den Rákóczi-Marsch abgelöst, den Hector Berlioz für seinen „Faust“ bearbeitete, und der heute noch in Ungarn häufig bei staatlichen und militärischen Feierlichkeiten gespielt wird. Die Uraufführung von „La damnation de Faust“ war übrigens völlig verunglückt und stürzte Berlioz in ein finanzielles Desaster. \\ |
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| | Die Bezeichnung „**Abschiedssinfonie**“ für **Haydns Sinfonie Nr. 45** stammt nicht vom Komponisten selbst und entstand erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Sie ist seine einzige Sinfonie, die in der für die damalige Zeit völlig unüblichen (weil auf den damaligen Trompeten und Hörner unspielbaren) und besonders melancholisch geltenden Tonart fis-moll steht, und auch eine der wenigen, die gesichert auf Schloss Esterháza in Fertöd (und damit auf heute ungarischem Staatsgebiet) entstanden ist. Neben dem langen, monotonen zweiten Satz ist die Struktur des Schlusssatzes besonders ungewöhnlich; dieser endet nach dem üblichen schnellen Abschnitt mit einem langsamen Teil, bei dem die einzelnen Instrumente nach und nach zu spielen aufhören und schließlich nur mehr zwei Soloviolinen übrigbleiben. Ob die gängige Vorstellung, dass dadurch Haydn seinen fürstlichen Dienstgeber darauf hinweisen wollte, dass - nach einem verlängerten Sommeraufenthalt in Esterháza - die Musiker endlich heim zu ihren Ehefrauen (die am fürstlichen Sommersitz in Esterháza nicht geduldet wurden) wollten, ob es sich einfach um einen musikalischen Scherz handelte, oder ob Haydn eine neue Formstruktur bei der Gattung der Sinfonie ausprobieren wollte, lässt sich nicht eindeutig nachweisen. Die Angabe, dass - so wie bei der heutigen Aufführung praktiziert - die MusikerInnen nach und nach die Bühne verlassen, findet sich im autographen Stimmenmaterial nicht. \\ |
| | Die Sinfonie geriet sehr bald fast völlig in Vergessenheit, ehe sie Felix Mendelssohn-Bartholdy bei einem Konzert im Leipziger Gewandhaus am 22. 2. 1838 wieder aufführte. In einem Brief an seine Schwester schrieb er von einer sehr erfolgreichen Aufführung, und: „//Es ist ein curios melancholisches Stückchen//“. \\ |
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| | {{:asosite:komponisten.jpg?800|Komponisten des Frühlingskonzertes 2026}} |
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| | //v. l. n. r.: Emmerich Kálmán, Johannes Brahms, Béla Bartók, Joseph Haydn, Hector Berlioz, Zoltán Kodály//\\ |
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| | **Magdalena Katzensteiner**\\ |
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| | {{:asosite:magdalenakatzensteiner.jpg?250|Magdalena Katzensteiner}}\\ |
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| | Die junge Künstlerin Magdalena Katzensteiner stammt aus Weyer (Oberösterreich). Sie kam im Alter von sieben Jahren das erste Mal mit dem Hackbrett in Berührung. Nach zwei Jahren Privatunterricht wechselte sie an die Musikschule Waidhofen/Ybbs, wo sie über zehn Jahre bei Johannes Lagler Hackbrettunterricht erhielt und 2022 ihr Goldenes Leistungsabzeichen erwarb. \\ |
| | 2024 wurde sie beim Wettbewerb „Prima la musica“ Landessiegerin in Oberösterreich; auf diesen Erfolg folgte eine Einladung zum Bundeswettbewerb nach Brixen, den sie als Bundessiegerin am Hackbrett erfolgreich abschloss. 2025 war sie Gewinnerin des Hannes-Kropfreiter-Nachwuchspreises. \\ |
| | Magdalena Katzensteiner studiert seit Herbst 2024 Instrumental- und Gesangspädagogik mit Hauptfach Hackbrett am Mozarteum Salzburg bei Heidi Wallisch-Schauer. \\ |
| | Besondere Freude bereitet ihr das Musizieren im Ensemble. Sie ist Mitglied des |
| | OÖ-Hackbrettorchesters „Hackbrettissimo“ und musiziert in zwei Volksmusikensembles. Weiters spielt sie immer wieder Projekte mit verschiedenen Instrumenten, vor allem im Duo Hackbrett-Steirische Harmonika. |
| | Sie schätzt die vielfältigen Möglichkeiten des Hackbretts und probiert dabei gerne neue Stile und Richtungen aus. Magdalena Katzensteiners Ziel ist es, Hackbrett zu unterrichten, und sie möchte dabei die Freude am Spielen dieses Instruments weitergeben. \\ |
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