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| ====Programmeinführung Herbstkonzert 2025==== | ====Programmeinführung Frühlingskonzert 2026==== |
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| Das heutige Konzert steht unter dem Motto „Ost-West“ und stellt zwei gewichtige und umfangreiche Kompositionen des 20. Jahrhunderts einander gegenüber - zunächst ein Werk aus der „westlichen“, nach der Pause eines aus der „östlichen“ Kulturhemisphäre.\\ | Das heutige Konzert steht unter dem Motto **„Ungarische Impressionen“**. Rund um die Háry-Janos-Suite (in der mit Magdalena Katzensteiner die vorjährige Gewinnerin des Hannes-Kropfreiter-Nachwuchspreises mit dem ASO als Solistin musiziert) stehen dabei abwechselnd Werke von ungarischen Komponisten und solche von anderen Meistern, wo die Stücke inhaltlich wie musikalisch einen Bezug zu unserem Nachbarland haben, am Programm.\\ |
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| **George Gershwin**s Vorfahren stammten aus Russland; seine Eltern waren 1891 in die USA ausgewandert. Sein älterer Bruder war der später sehr bekannte Liedtexter Ira Gershwin. Als die Eltern 1910 ein Klavier für die Musikstunden Iras kauften, war es George, der bald darauf spielte. Sein Lehrer Charles Hambitzer lehrte ihn konventionelle Klaviertechniken und ließ ihn europäische Meisterwerke spielen. Er ermutigte ihn auch, Orchesterkonzerte zu besuchen, worauf Gershwin versuchte, die gehörte Musik zu Hause am Klavier zu reproduzieren. \\ | **Béla Bartók**, **Emmerich Kálmán** und **Zoltán Kodály** gehören einer gemeinsamen Generation ungarischer Komponisten an, deren kompositorisches Schaffen etwa mit dem Jahr 1900 beginnt. Allen drei Persönlichkeiten gemeinsam ist auch, dass sie in Budapest Komposition studierten. Kálmán übersiedelte 1908 nach Wien und prägte gemeinsam u. a. mit Franz Lehár die „Silberne Operettenära“ der Zwischenkriegszeit, wobei „**Gräfin Mariza**“ ein herausragendes Werk darstellt, das auch heute noch auf den Spielplänen der Bühnen steht (u. a. beim heurigen Lehár-Sommerfestival in Bad Ischl). Als Jude musste Kálmán 1938 Wien verlassen und emigrierte zunächst nach Paris, später in die USA; 1949 kehrte er nach Europa zurück. \\ |
| Ab 1914 arbeitete er als „Hauspianist“ bei einem New Yorker Musikverlag, wo es seine Aufgabe war, Bandleadern und Theateragenten neue Lieder des Verlages vorzuspielen und sie ihnen zu verkaufen. Dadurch angeregt begann er, eigene Lieder- und Tanzstücke zu komponieren. \\ | |
| Einen ersten großen Erfolg hatte Gershwin zehn Jahre später mit der Uraufführung seiner „Rhapsody in Blue“ (die Originalfassung für 2 Klaviere wurde von Ferde Grofé instrumentiert), bei der so gut wie alle führenden Persönlichkeiten der New Yorker Musikwelt und Gesellschaft zugegen waren. Darunter befand sich auch der Dirigent Walter Damrosch, der Gershwin mit der Komposition eines Klavierkonzertes beauftragte, unter der Zusicherung von sieben Konzerten in New York, Philadelphia, Washington und Baltimore, die Gershwin selbst als Solist musizieren sollte. \\ | |
| Dieses „**Concerto in F**“, das am 3.12.1925 in der New Yorker Carnegie Hall uraufgeführt wurde, folgt zwar dem dreisätzigen Schema der traditionellen Solokonzerte und bedient sich zahlreicher verarbeitungstechnischer Muster derselben, zeigt aber - noch mehr als die „Rhapsody“ - Gershwins kompositorische Eigenständigkeit (die mit einem großen improvisatorischen Einfallsreichtum einhergeht; im Autograph sind manche Klavierpassagen nicht ausgeschrieben und dürften von Gershwin bei der Aufführung improvisiert worden sein). Das Werk, das er - im Gegensatz zur „Rhapsody“ - selbst orchestrierte, stellt eine einmalige Synthese zwischen klassischer Form, sinfonischem Stil und der Verschmelzung mit Jazzelementen (betreffend die Harmonik und Rhythmik) dar. Dieses Genre zwischen gehobener Unterhaltungsmusik und gefälliger „ernster“ Musik fand in diesem Werk (zu dem es wohl kein vergleichbares zweites gibt) seinen vielleicht vollendetsten Ausdruck. \\ | |
| Vom Publikum und der Kritik wurde das Klavierkonzert zurückhaltender aufgenommen als die „Rhapsody“; dennoch schien es 1930 (als einzige amerikanische Komposition) auf einer Liste der „50 besten musikalischen Werke“ auf. \\ | |
| Gershwin, der selbst - wie die Tondokumente beweisen - ein überaus virtuoser Pianist war (ebenso wie ein begabter Hobbymaler - er porträtierte 1937 Arnold Schönberg), wurde eine äußerst hohe Wertschätzung zuteil. Als er etwa Maurice Ravel 1928 um Unterricht bat, antwortete dieser: „Sie brauchen keinen Lehrer - gehen Sie Ihren eigenen Weg!“ Igor Strawinsky, den er im selben Jahr auf einer Europareise kennenlernte, hielt sein Klavierkonzert für „ein Meisterwerk“, und Aram Chachaturjan bezeichnete Gershwins 1935 entstandene Oper „Porgy and Bess“ als „eine der besten modernen Opern überhaupt“. \\ | |
| Gershwin konnte sich seiner Erfolge nicht lange freuen - er starb, noch keine 39 Jahre alt, 1937 während einer Hollywood-Reise an einem Gehirntumor. \\ | |
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| **Dmitri Schostakowitsch** war sicher einer der bedeutendsten russischen Komponistenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Wie kaum ein anderer stand er im Spannungsfeld zwischen politischem Druck und dem Wunsch nach individueller kompositorischer Freiheit; ein Kampf, der ihn schwer zeichnete. Einen entscheidenden Einschnitt in seinem Leben löste der (auf Veranlassung von Stalin geschriebene) Zeitungsartikel „Chaos statt Musik“ in der „Prawda“ vom 28.1.1936 aus, in dem Schostakowitschs Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ als nicht der kommunistischen Kulturideologie gemäß verurteilt wurde. Ein zweiter Angriff erfolgte 1948 durch das Zentralkomitee der KPdSU, der sich diesmal auch gegen Komponistenkollegen richtete. \\ | Bartók und Kodály verband besonders ihr gemeinsamer Einsatz für die Volksmusikforschung im Rahmen der Musikethnologie. Während des Ersten Weltkrieges war Kodály Bartóks musikalischer Mitarbeiter im k. u. k. Kriegsministerium, wobei sie gemeinsam ein Liederbuch für die Soldaten der k. u. k. Armee herausgaben. Bartók - ein ausgezeichneter Pianist - sammelte im Laufe seines Lebens auf weitläufigen Reisen durch Ungarn, Rumänien, die Slowakei und den Vorderen Orient über 10000 Lieder, die er phonographierte oder direkt schriftlich (in Notenschrift) fixierte. Er suchte dabei v. a. nach der Musik der ländlichen Bevölkerung (die er selbst als „Bauernmusik“ bezeichnete). All dies beeinflusste auch sein Kompositionsschaffen, genauso wie die gemeinsame Suche zahlreicher ungarischer Künstler dieser Zeit nach einem nationalen Stil. \\ |
| Schostakowitsch sah sich sein ganzes Leben gezwungen, offiziell anders zu handeln als privat. „Heute denke ich manchmal nach“, schrieb er in seinen Memoiren, „wie es kam, dass ich überlebte. Ich glaube, das hing mit den Filmen zusammen… Bei uns ist der Film eine wichtige Kunstform. Das hat schon Lenin gesagt. Stalin hat diesen Gedanken mit Leben erfüllt und leitete persönlich die Filmindustrie….er hatte seine eigenen konfusen Vorstellungen, wer was konnte. Er entschied: Schostakowitsch kann Filmmusik schreiben.“ \\ | Zur Zeit des 1. Weltkrieges gehörte zu Ungarn auch das (überwiegend deutschsprachige) Siebenbürgen; 1918 (bzw. völkerrechtlich 1920) fiel dieses Gebiet an Rumänien (auch Bartóks Geburtsort liegt im heutigen Rumänien). Auch hier sammelte Bartók Volksmelodien und fasste sie zu einer - 1115 instrumentale Melodien umfassenden - Sammlung „**Rumänischer Volkstänze**“ zusammen. Sieben davon stellte er 1915 zu einer kleinen Klaviersuite zusammen, die er zwei Jahre später zu einer Fassung für kleines Orchester umarbeitete. Die Bauern in Ungarn und Rumänien reihten ihre Dorftänze gewöhnlich zu Fünfer- oder Siebenerfolgen auf; Bartók hat in diesem Werk den Aufbau einer solchen Folge nachgeahmt; die „Rumänische Polka“ ist dabei ein „Zwiefacher“, der ständig zwischem Zweier- und Dreiertakt wechselt. \\ |
| Nicht, dass Schostakowitsch das sehr behagte, doch „in Anbetracht der Umstände wäre es verrückt gewesen, Aufträge für Filmmusiken abzulehnen“. Erfahrungen hatte er schon in seinen Studentenjahren – auch durch bittere finanzielle Nöte bedingt – als Stummfilmpianist im Kinotheater „Aurora“ in Leningrad (dem heutigen St. Petersburg) gesammelt, wo er Abend für Abend die Handlung auf der Leinwand mit Improvisationen am Klavier zu begleiten hatte. Schostakowitsch beklagte sich auch über die Degradierung der Filmmusik zum Illustrationsmaterial, wobei es stets ganz bestimmte Standardnummern gab: einen Trommelschlag beim Eintritt eines neuen Helden, ein munterer energischer Tanz für den positiven Helden, einen (westlichen) Foxtrott für die „Zersetzung“, eine muntere Musik für das glückliche Finale. Schostakowitsch zerbrach auch fast am inneren Konflikt, der Verpflichtung in einem totalitären Staat nachzukommen, linientreue und propagandistische Filmsujets zu vertonen. \\ | Gemeinsam mit 60 anderen ungarischen Prominenten (darunter Kodály) unterzeichnete er 1938 einen Protest gegen die auf Wunsch des NS-Staates erlassenen ungarischen „Judengesetze“; er verurteilte den Nationalsozialismus auf das Schärfste, und die Angst, dass Ungarn eine deutsche Kolonie werden könnte, ließ ihn 1939 zunächst in die Schweiz, ein Jahr später in die USA emigrieren, wo er schon wenige Jahre später einer Leukämieerkrankung erlag. \\ |
| Schostakowitsch schrieb insgesamt rund 40 Filmmusiken, die trotz der oft widrigen Umstände ihrer Entstehungsgeschichte musikalisch großartige Kompositionen darstellen, weil sie im Ton ähnlich gehalten sind wie viele seiner Konzertmusiken und sich damit – neben ihrer formalen Geschlossenheit – durch den Pluralismus ihrer Ausdrucksmittel und die brilliante Orchestrierung auszeichnen. \\ | |
| Die **Filmmusik zu „Die Hornisse“** (manchmal auch unter dem Titel „Die Stechfliege“ zu finden; engl. „The Gadfly“, russ. „Ovod“) stammt aus dem Jahre 1955, also aus einer Zeit, wo sich – nach Stalins Tod – manche Repression zu lösen begann. Der – heute völlig unbekannte – Farbfilm unter dem Regisseur Alexander Feinzimmer war seinerzeit ein großer Kinoerfolg. Die Handlung basiert auf einem Roman der englischen Autorin Ethel Lilian Volnyich (1864-1960) – die selbst mehrere Jahre in Russland lebte und nach ihrer Rückkehr nach England eine wichtige Figur in der Organisation der „Gesellschaft für die Freiheit Russlands“ war - und spielt im Italien des 19. Jahrhunderts, also vor dem Hintergrund der nationalen Einigungsbestrebungen Italiens und dem Versuch, die Fremdherrschaft anderer Nationen (v. a. Österreichs) sowie auch den Einfluss der (katholischen) Kirche (v. a. die weltliche Machtausübung in Form des Kirchenstaates) abzuschütteln und zu beseitigen. Erzählt wird von den Abenteuern und dem heroischen Tod eines Freiheitskämpfers (der der illegitime Sohn eines Kardinals ist), der aufgrund seiner Schlagkraft „Stechfliege“ („Hornisse“) genannt wird. \\ | |
| Es verwundert nicht, dass ein Buch mit einer derartigen Thematik (und das darüber hinaus mit einer sehr religionskritischen Haltung durchsetzt war) vor allem in der Zwischenkriegszeit in der damaligen Sowjetunion (und später auch in China) äußerst populär war. Als 1955 der Film dazu gedreht wurde, waren in der Sowjetunion bereits 2,5 Millionen Exemplare des Romans verkauft (einen Erfolg, von dem die damals noch lebende Autorin übrigens keine Ahnung hatte). \\ | |
| Schostakowitsch hat aus der gesamten Filmmusik 12 Nummern zu einer fast dreiviertelstündigen Suite zusammengestellt, in der sich alle Stärken und vielschichtigen Facetten seines Kompositionsstiles – von groß orchestrierten, bombastischen Klangmassen bis zu zarten, langen melancholischen Streicherkantilenen, und von komplexen Kompositionsstrukturen wie einem ausgedehnten Variationssatz im Mittelteil der Nr. 7 bis hin zu echten Gassenhauern - wiederfinden. \\ | |
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| {{:asosite:georgegershwin.jpg?200|George Gershwin}}<tab>{{:asosite:schostakowitsch.jpg?130|Dmitri Schostakowitsch}} | Zoltán Kodály schrieb seine Dissertation über den „Strophenbau im ungarischen Volkslied“ und sammelte im Laufe der Zeit über 3500 ungarische Volkslieder, deren Eigenart er wissenschaftlich untersuchte. Im Gegensatz zu seinen beiden Komponistenkollegen blieb er zeitlebens, als hochgeachtete Persönlichkeit, in Ungarn. \\ |
| | 1926 - also vor genau einem Jahrhundert - komponierte er das Singspiel „**Háry János**“, eine Art „Volks-Oper“ (in vier Bildern und einem Vor- und Nachspiel). János Háry (Háry ist der Nach-, János der Vorname) war eine historische Figur, die Anfang des 19. Jahrhunderts lebte. Er diente in den Napoleonischen Kriegen in der kaiserlichen Armee unter Kaiser Franz. I. als einfacher Infanterist. Nach seinem Militärdienst kehrte er in sein Heimatdorf Simontornya (Mittelungarn) zurück und arbeitete dort als Töpfer. In der Dorfschenke war er dafür berühmt, seinen Zechkumpanen Geschichten über seine angeblichen Heldentaten im Krieg zu erzählen; so behauptete er etwa, Napoleon eigenhändig besiegt und das Herz der Kaiserin Marie-Louise gewonnen zu haben. Diese Erzählungen wurden 1843 von János Garay in einem Epos schriftlich festgehalten, das die Grundlage für Kodálys Singspiel (in dem er sich auf vier der Abenteuer János´ beschränkte) darstellte. \\ |
| | Ein Jahr später stellte Kodály aus dem Bühnenwerk eine - äußerst groß besetzte - **Orchestersuite** zusammen, die im März 1927 in Barcelona uraufgeführt wurde. Das sechssätzige Werk beginnt mit einem gewaltigen „orchestralen Niesen“ - in der ungarischen Tradition gilt, wenn jemand während des Erzählens niest, dies als Zeichen dafür, dass die folgende Geschichte die absolute Wahrheit ist. Im dritten und fünften Satz verwendet Kodaly das Zymbal (eine ungarische Form unseres Hackbretts) als Soloinstrument. Das „Lied“ ist dabei tatsächlich ein authentisches ungarisches Volkslied. \\ |
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| //l.: George Gershwin / r.: Dmitrij Schostakowitsch//\\ | Zu den populärsten Werken von **Johannes Brahms** zählen seine 21 **Ungarischen Tänze**, die ursprünglich Werke für Klavier zu vier Händen waren, später aber (drei - darunter der Tanz Nr. 1 - von Brahms selbst) für Orchester instrumentiert wurden. Bei manchen Tänzen wurde dabei auch die Tonart verändert (wie im Tanz Nr. 5, der ursprünglich in fis-moll stand). Es handelt sich dabei zumeist die Bearbeitung vorgefundener Melodien, die aber ihrerseits keine originalen Volkslieder ungarischer Roma sind. Brahms hatte sie vom Geiger Eduard Reményi kennengelernt; das Hauptthema des 5. Tanzes stammt vom ungarischen Komponisten Béla Kéler. \\ |
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| | Eine Generation vor Brahms revolutionierte in Frankreich **Hector Berlioz** die Orchestermusik mit ungewohnten neuen Klangfarben, die den Weg zu den üppig besetzten Instrumentalwerken der Spätromantik erst bereiteten. In der „Légende-dramatique“ „**La damnation de Faust**“ - ein Werk sowohl mit Merkmalen einer Nummernoper als auch mit jenen einer Chorsinfonie - spielt der erste Teil in der Puszta Ungarns, wo Faust auf einer Frühlingswiese herumirrt. Den Abschluss dieses Teiles bildet der „**Rákóczi-Marsch**“ - ein ungarisches Nationallied und quasi die inoffizielle Hymne Ungarns. Er geht auf ein sehr populäres Klagelied um 1730 zurück, das das Unglück der Magyaren und die Unterdrückung durch die Habsburger beweinte, und das Franz II. Rákóczi zur Rückkehr anflehte, um sein Volk zu retten. Im 19. Jahrhundert wurde dieses Lied durch den Rákóczi-Marsch abgelöst, den Hector Berlioz für seinen „Faust“ bearbeitete, und der heute noch in Ungarn häufig bei staatlichen und militärischen Feierlichkeiten gespielt wird. Die Uraufführung von „La damnation de Faust“ war übrigens völlig verunglückt und stürzte Berlioz in ein finanzielles Desaster. \\ |
| **Karl Eichinger**\\ | |
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| {{:asosite:karleichinger.jpg?160|Karl Eichinger}}\\ | Die Bezeichnung „**Abschiedssinfonie**“ für **Haydns Sinfonie Nr. 45** stammt nicht vom Komponisten selbst und entstand erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Sie ist seine einzige Sinfonie, die in der für die damalige Zeit völlig unüblichen (weil auf den damaligen Trompeten und Hörner unspielbaren) und besonders melancholisch geltenden Tonart fis-moll steht, und auch eine der wenigen, die gesichert auf Schloss Esterháza in Fertöd (und damit auf heute ungarischem Staatsgebiet) entstanden ist. Neben dem langen, monotonen zweiten Satz ist die Struktur des Schlusssatzes besonders ungewöhnlich; dieser endet nach dem üblichen schnellen Abschnitt mit einem langsamen Teil, bei dem die einzelnen Instrumente nach und nach zu spielen aufhören und schließlich nur mehr zwei Soloviolinen übrigbleiben. Ob die gängige Vorstellung, dass dadurch Haydn seinen fürstlichen Dienstgeber darauf hinweisen wollte, dass - nach einem verlängerten Sommeraufenthalt in Esterháza - die Musiker endlich heim zu ihren Ehefrauen (die am fürstlichen Sommersitz in Esterháza nicht geduldet wurden) wollten, ob es sich einfach um einen musikalischen Scherz handelte, oder ob Haydn eine neue Formstruktur bei der Gattung der Sinfonie ausprobieren wollte, lässt sich nicht eindeutig nachweisen. Die Angabe, dass - so wie bei der heutigen Aufführung praktiziert - die MusikerInnen nach und nach die Bühne verlassen, findet sich im autographen Stimmenmaterial nicht. \\ |
| | Die Sinfonie geriet sehr bald fast völlig in Vergessenheit, ehe sie Felix Mendelssohn-Bartholdy bei einem Konzert im Leipziger Gewandhaus am 22. 2. 1838 wieder aufführte. In einem Brief an seine Schwester schrieb er von einer sehr erfolgreichen Aufführung, und: „//Es ist ein curios melancholisches Stückchen//“. \\ |
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| | {{:asosite:komponisten.jpg?800|Komponisten des Frühlingskonzertes 2026}} |
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| Karl Eichinger studierte Klavier und Instrumentalpädagogik an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst sowie Konzertfach Klavier an der MUK Wien; weiters Jazzklavier bei Rudi Wilfer. Meisterkurse bei Oleg Maisenberg und Rudolf Kehrer. \\ | //v. l. n. r.: Emmerich Kálmán, Johannes Brahms, Béla Bartók, Joseph Haydn, Hector Berlioz, Zoltán Kodály//\\ |
| Als Solist hat Karl Eichinger mit zahlreichen Orchestern wie u. a. dem Tonkünstler Orchester, den Brünner Philharmonikern, der Mährischen Philharmonie, dem Wiener Concert-Verein, dem Kazhak Symphony State Orchestra, dem Dubrovnik Symphony Orchestra, den Berliner Symphonikern, dem Sarajewo Philharmonic Orchestra, dem Radio Symphony Orchestra Tirana musiziert und ist u. a. gemeinsam mit Künstlern wie Hans Gansch, Ildiko Raimondi, Andreas Schager, Daniela Fally, Julia Stemberger, und Cornelius Obonya aufgetreten. \\ | \\ |
| Solistische und kammermusikalische Auftritte im In- und Ausland, u. a. im Musikverein Wien, Wolkenturm Grafenegg, Konzerthaus und Radiokulturhaus Wien sowie bei Festivals wie den Bregenzer Festspielen, den Wiener Festwochen, den Festwochen Gmunden, beim Klangbogen Wien, beim Carinthischer Sommer, dem Kammermusikfestival Austria „Allegro Vivo“, u. v. a. \\ | \\ |
| Tourneen führten Karl Eichinger in viele Länder Europas, nach Nordamerika, China und Ägypten. Er hat sich eingängig mit dem Werk Gershwins und Ravels beschäftigt (dokumentiert durch eine hervorragend rezensierte CD-Aufnahme mit den Brünner Philharmonikern 2021). Im August 2024 gastierte er mit einer großen George Gershwin Gala (Concerto in F u. a.) am Wolkenturm Grafenegg. \\ | **Magdalena Katzensteiner**\\ |
| 2009 wurde ihm das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 2023 der Berufstitel „Professor“ durch den Bundespräsidenten verliehen. Seit 2024 ist Karl Eichinger Intendant der Internationalen Konzerttage Stift Zwettl. \\ | \\ |
| | {{:asosite:magdalenakatzensteiner.jpg?250|Magdalena Katzensteiner}}\\ |
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| | Die junge Künstlerin Magdalena Katzensteiner stammt aus Weyer (Oberösterreich). Sie kam im Alter von sieben Jahren das erste Mal mit dem Hackbrett in Berührung. Nach zwei Jahren Privatunterricht wechselte sie an die Musikschule Waidhofen/Ybbs, wo sie über zehn Jahre bei Johannes Lagler Hackbrettunterricht erhielt und 2022 ihr Goldenes Leistungsabzeichen erwarb. \\ |
| | 2024 wurde sie beim Wettbewerb „Prima la musica“ Landessiegerin in Oberösterreich; auf diesen Erfolg folgte eine Einladung zum Bundeswettbewerb nach Brixen, den sie als Bundessiegerin am Hackbrett erfolgreich abschloss. 2025 war sie Gewinnerin des Hannes-Kropfreiter-Nachwuchspreises. \\ |
| | Magdalena Katzensteiner studiert seit Herbst 2024 Instrumental- und Gesangspädagogik mit Hauptfach Hackbrett am Mozarteum Salzburg bei Heidi Wallisch-Schauer. \\ |
| | Besondere Freude bereitet ihr das Musizieren im Ensemble. Sie ist Mitglied des |
| | OÖ-Hackbrettorchesters „Hackbrettissimo“ und musiziert in zwei Volksmusikensembles. Weiters spielt sie immer wieder Projekte mit verschiedenen Instrumenten, vor allem im Duo Hackbrett-Steirische Harmonika. |
| | Sie schätzt die vielfältigen Möglichkeiten des Hackbretts und probiert dabei gerne neue Stile und Richtungen aus. Magdalena Katzensteiners Ziel ist es, Hackbrett zu unterrichten, und sie möchte dabei die Freude am Spielen dieses Instruments weitergeben. \\ |
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